Kein Vertrauen in BING? Kein Wunder…

Vorweg sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich Microsofts eigene Suchmaschine BING “never ever” verwende – stattdessen verlasse ich mich bei der Suche im Internet auf zahlreiche andere Suchmaschinen.

Eigentlich hätte ich gedacht, dass Microsoft speziell bei seiner hauseigenen Suchmaschine BING ein besonderes Augenmerk auf Zuverlässigkeit, Sicherheit und User-Experience wirft.
Gerade auch deswegen, weil sich deren Zugriffszahlen (himmel-)weit von Google unterscheiden:

screenshot_bing 3

© Statista, 07. November 2015

Normalerweise sollte es demnach auch in Microsofts ureigenen Interesse liegen, wenigstens in Bezug auf manche Aspekte mehr Feingefühl und Vorsicht walten zu lassen.
Wie gesagt – normalerweise…

Ich habe heute meinen Laptop von Windows 7 auf Windows 10 aktualisiert und wollte nach der Installation Google Chrome installieren.
Also habe ich den verfügbaren Browser unter Windows 10  “Microsoft Edge” aufgerufen und die beiden Suchbegriffe “google chrome” eingegeben.
Das Ergebnis hat mich mehr als verblüfft und zugleich massiv enttäuscht und verärgert.

Das erste “Ergebnis” ist eine Anzeige eines dubiosen Netzanbieters im Ausland, der einen Download von Google Chrome anbietet.
Nicht genug, dass dieses Ergebnis überhaupt angezeigt wird – es wird auch in der selben Farbe und dem selben Erscheinungsbild wie herkömmliche Suchergebnisse angezeigt (zur Verdeutlichung rot umrandet):
screenshot_bing

Ohne diesen “Download” genauer unter die Lupe genommen zu haben, vermute ich, dass der Anbieter dieses Links nicht besonders vertrauenswürdig ist… oder irre ich mich da etwa? ;)

Was hat sich Microsoft dabei gedacht?
Haben sie überhaupt nachgedacht?
Sorry, aber ich erwarte zumindest im Bereich Browser und Online-Sicherheit ein gewisses Maß an Umsicht.

Übrigens, Microsoft, so sieht das Suchergebnis nach “microsoft edge” beim Erz-Rivalen Google aus.
Keine fremden Anzeigen (außer der von Microsoft selbst) – weder in der Suchergebnisliste noch in der sonst fast immer präsenten, rechten Anzeigenleiste:

screenshot_bing 2

Wundert sich Microsoft allen Ernstes, dass BING so abgeschlagen hinter Google’s Suchmaschine liegt?
Wundert sich Microsoft auch allen Ernstes, dass Edge nicht so richtig Fahrt aufnimmt?

Das Zauberwort heißt hier “User-Experience”.
Liebes Microsoft-Team, welche Erfahrung macht wohl ein User, wenn er in Microsoft Edge (eigentlich über BING) nach “google chrome” sucht, Euer Suchergebnis erhält und dann auf den ersten Link klickt?
Wem wird ein solcher User wohl die “Schuld” daran geben, wenn dieser Download äußerst fragwürdig ist und evtl. sogar Schadsoftware enthalten würde?
Klar, zunächst dem Anbieter des Downloads – aber spätestens beim nächsten Mal ist Bing oder gar Microsoft Edge dran (weil viele User nicht zwischen Suchmaschine und Browser unterscheiden können).

Deswegen Microsoft:
Natürlich muss ein Suchmaschinenbetreiber monetäre Ziele verfolgen, aber speziell bei Anfragen zu Browsern sollte man die Zuverlässigkeit, Sicherheit und die daraus resultierende User-Experience des eigenen Angebots hinterfragen, oder?

Viel Spaß Euch allen “da draußen”
Eric

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