“Dislike”-Button für Facebook?

Wie vor ca. 4 Jahren hat sich Mark Zuckerberg nun erneut zum Thema “Dislike”-/“Gefällt mir nicht”-Button geäußert.

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Vorweg:
Ich persönlich halte von einem solchen Button nichts, denn er schafft keinen essenziellen Mehrwert – weder für die User, noch für die Plattform oder gar für die Marken/Werbekunden.
Außerdem existiert ein solcher Button im Prinzip bereits längst, man muss ihn nur sinnvoll anwenden (mehr dazu später).

Klar, viele werden jetzt widersprechen und behaupten, dass man damit deutlich zum Ausdruck bringen könnte, wenn einem etwas missfällt.
Doch ist das der Sinn eines solchen Buttons?
Das Missfallen oder den Ärger über ein Thema / eine Marke / ein Unternehmen kann man bereits jetzt durch einen entsprechenden Kommentar äußern und forciert dadurch auch viel effektiver eine Reaktion des Betroffenen.

Was würde also ein “Dislike”-Button bringen?

Betrachtet man die möglichen Effekte eines solchen Buttons, so würde der Ärger bzw. die Aktivität von Usern, denen ein Umstand missfällt, zu erhöhten Aktivitäten und damit auch zu einer höheren Sichtbarkeit dieser Inhalte führen.
Zumindest basierend auf dem bisherigen Prinzip und der Logik des Timeline-Algorithmus von Facebook.

Das wiederum würde dazu führen, dass eine Marke/ein Unternehmen mit seinem Inhalt in der Timeline prominenter sichtbar würde.
Treibt man diesen Umstand auf die Spitze, so würden früher oder später immer mehr Themen durch die “Dislike”-Aktivitäten in unserer eigenen Timeline erscheinen.
Ist das der Wunsch von Facebook und speziell auch seiner User – also uns?
Wollen wir wirklich über ungewünschte Inhalte informiert werden, nur weil die Aktivität solcher Inhalte durch das Klicken auf “Dislike”/“Gefällt mir nicht” gesteigert würde?

Natürlich wäre es denkbar, dass man die Differenz zwischen “Dislike”- und “Like”-Angaben als Maßstab für die Wertigkeit eines Inhalts verwendet, aber selbst das würde ja eine erhöhte Aktivität durch das Klicken des “Gefällt mir nicht”-Buttons beim jeweiligen Inhalt verursachen.
Ein Dilemma also, das noch dazu wenig zielführend wäre.

Welchen Nutzen hätte ein solcher Button außerdem für die werbetreibende Klientel auf Facebook?

Mit einem einfachen Klick auf “Gefällt mir nicht” gibt ein User lediglich an, dass ihm der Inhalt nicht gefällt. Punkt. Nicht mehr und nicht weniger.
Weder die Marke/das Unternehmen noch andere User könnten in einem solchen einfachen Beispiel nachvollziehen, warum einem User das nicht gefällt.
Social Media lebt aber nicht nur von der einfachen Teilnahme (der Klick auf einen Button), sondern auch vom aktiven beitragen in Form von Inhalten – also auch Kommentaren, die Hintergründe und Emotionen erläutern.

Viel sinnvoller wäre also die Einführung des “Gefällt mir nicht”-Buttons in Verbindung mit einem zwingenden Kommentar
Aber ich sehe jetzt bereits die zahlreichen Kommentare, die dann aus “Lorem ipsum”-Inhalten bestehen oder irgendwelche undefinierte Texte beinhalten.
Also, Ziel verfehlt.

Der “Dislike”/“Gefällt mir nicht”-Button existiert doch schon längst!

Wo? Ganz einfach – es ist der “Gefällt mir”-Button selbst.

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Er ist es, der dem User die Möglichkeit verschafft, ihr Missfallen deutlich zu äußern– viel deutlicher als jeder “Gefällt mir nicht”-Button.
Denn wenn der User ihn NICHT anklickt, ist er sogar um einiges mächtiger.

Das Resultat eines nicht angeklickten “Gefällt mir”-Buttons bewirkt eben keine Steigerung der Aktivität eines Inhalts, keine Verbesserung im Timeline-Algorithmus von Facebook und eben keine verbesserte Sichtbarkeit der Inhalte.
Leider ist aber dieses selektive Vorgehen bei vielen Usern längst verloren gegangen (war es bei manchen jemals da?) – wie oft erlebe ich Beiträge und Diskussionen auf Facebook, in denen User offen ihre Kritik und ihr Missfallen in Kommentaren äußern, während sie gleichzeitig auf “Gefällt mir” klicken.
Die einzig logische Erklärung zu diesem Verhalten ist, dass es ihnen Spaß macht, ihre Kritik an dieser Stelle loszuwerden – das gefällt ihnen.
Dass sie aber dadurch auch dem missfallenden Inhalt oder der Marke/dem Unternehmen zugleich zu einer höheren Wertigkeit in der Timeline und damit einer erhöhten Sichtbarkeit verhelfen, ist ihnen (zumindest meistens) nicht bewusst.

Ein selektiverer und differenzierter Umgang mit dem “Like”-/”Gefällt mir”-Button würde erheblich besser wirken, denn er ist ein nicht unerhebliches Instrument und bewirkt mehr als jede Diskussion über die Einführung eines “Dislike”-Buttons.
Oder? Wie seht ihr das?

Viele Grüße Euch allen “da draußen”
Eric

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