Aus Fehlern lernen oder einfach: “Es ist Deine Zeit, Vodafone!”

Zurück zum Thema “Generation Upload” – zurück zu Vodafone und der unsäglichen Kampagne einer Agentur, deren Initialen ich besser nur noch nenne: S&F.

Was kann man aus dieser PR-Katastrophe lernen?

Ganz einfach – wer mit den Massen des Web 2.0 kommunizieren möchte, muss die Massen des Web 2.0 zu Wort kommen lassen, ihnen zuhören und sie (versuchen zu) verstehen.
Dazu gehört auch, dass man die eigenen Probleme (im Falle Vodafone sind es Bandbreiten, vermeintliche Flatrates etc.) zunächst mit Hilfe dieser Masse analysiert und – besser noch – behebt, bevor man die Masse überheblich und selbstüberschätzend zum Kommunikationsträger bemühen möchte.

Hätte, wäre, wenn…

Warum hat Vodafone nicht vor Wochen/Monaten die Frage “Was können wir besser machen?” der durch S&F formulierten “Generation Upload” öffentlich gestellt?
Man hätte zuhören können, hätte lernen können, hätte sogar kostenlos sicher sehr wertvolle Ideen und Vorschläge erhalten und und und…

Mit diesen Informationen hätte man schließlich ein Angebot “schnüren” können, das der “Generation Upload” entspricht und sich mit diesem einfachen, aber sehr effektiven Schritt meilenweit vor Telekom und O2 katapultiert.

Warum nur hat man stattdessen “Biedermänner” (Scholz & Friends –  ups, jetzt ist mir der Name doch noch rausgerutscht ;) ) ein veraltetes Produkt neu aufpolieren und es für einen stolzen Etat als vermeintlich aktuelles Produkt dem Fremd-Kunden “Generation Upload” offerieren lassen?
Sitzt in den verantwortlichen Etagen bei Vodafone keine Person, die mit gesundem Menschenverstand den Pitch von S&F betrachtet hat?

Das Zauberwort “Mehrwert”

In einem Blog habe ich einen entscheidenden Satz in einem Kommentar gelesen:

Welchen Grund sollte ich haben, zu Vodafone zu wechseln, wenn mir keine Vorteile daraus entstehen?

Genau das ist es… Web 2.0 bedeutet Mehrwert, denn die “Generation Upload” wechselt auch ein “Web 2.0”-Angebot nur dann, wenn der Wechsel einen Mehrwert bedeutet – unabhängig von Finanzkrise, Arbeitsmarktflaute und Steuerlöchern.

Warum wechselt kein User von Facebook zu den zahllosen ähnlichen Angeboten?
Warum wechselt kein User von Twitter zu den unzähligen “Metoo”s?
Und warum wechselt kein User von XING zu LinkedIn?

Richtig – der Mehrwert fehlt.
Ein simples, aber entscheidendes Kriterium… und das nicht nur im Web 2.0.

Vodafone als mahnendes oder lobendes Beispiel?

Fehler sind aber auch dazu da, sie zu machen und aus ihnen zu lernen, denn Vodafone könnte noch handeln.
Wie?

Ganz einfach:

  1. Kampagne unter dem Thema “Fehler aus denen wir gelernt habensofort einstellen,
  2. das “Web 2.0” befragen und zuhören,
  3. dann ein echtes, mehrwertiges Angebot für die “Generation Upload” schnüren und
  4. schließlich Testimonial-frei an den Markt gehen.

[Update, 20.07.09:
Zumindest die Punkte 2 und 3 meiner Empfehlungen scheint man bei
vodafone erkannt zu haben und will sie zumindest umsetzen.]

Vodafone kann jetzt die einmalige Chance nutzen, zukünftig nicht im Zusammenhang mit einem der größten Web 2.0-Desaster, sondern mit dem größten Lerneffekt lobend in Erinnerung zu bleiben.

Kann, wohlgemerkt – kann…

Viele Grüße Euch allen “da draußen”,
Eric

Eric Haas

Geschäftsführer bei HDC
Spezialisiert auf Social Media, Crowd Sourcing und Community Building.
Dozent für Social Media und Interaktive Medien an privaten Hochschuleinrichtungen.
Jahrelange Expertise und umfassendes Praxis-Know-how aus zahlreichen Projekten für namhafte Unternehmen.

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